Achtundsechzig

Phantasien haben keine Konsequenzen.

Da kommt der Gedanke. Ich tauge nichts. Der reicht für heute. Den ganzen Tag das penetrante Tröpfeln von Ich tauge nichts.Der nächste Gedanke, am nächsten Tag, ist Ich bin der Todesengel. Hinter diesem Gedanken liegt eine glitzernde Weite aus Panik, die unerreichbar ist. Die Zähflüssigkeit bremst das Überschäumen der Panik.

Diese Gedanken haben keine Bedeutung. Es sind ironische Mantras, die sich in einem vorgegebenen Kreis wiederholen. Ich tauge nichts, Ich bin der Todesengel, Ich bin dumm, Ich kann nichts. Durch das Denken des ersten Gedankens wird der gesamte Kreislauf in Gang gesetzt. Es ist wie bei einer  Grippe: zuerst Halsschmerzen, dann, unausweichlich, eine verstopfte Nase und Husten.

Früher einmal mussten die Gedanken eine Bedeutung gehabt haben. Sie müssen bedeutet haben, was sie aussagten. Aber die Wiederholung hat sie abstumpfen lassen. Sie sind Hintergrundmusik geworden, ein Potpourri aus Themen des Selbsthasses.

Was ist schlimmer, Überbelastung oder Unterbelastung? Glücklicherweise brauchte ich nie zu wählen. Eins von beiden setzte sich immer durch, jagte oder tröppfelte durch mich hindurch und zog weiter...

 

Girl Interrupted.

21.8.08 16:13
 


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